Fasnet wird in Rötenbach schon lange gemacht. Erstmalig, geschichtliche Erwähnung laut Chronik im Jahr 1746. Dort wurde von „sehr schädlichen und üblen Gebräuch“ berichtet. Auch sprangen am schmutzige Dunschdig Narren durch die Strassen und ein Strohbär tanzte. Ein Fasnetfunken am alten Fasnet Sunndig wurde bereits in früheren Jahrhunderten entzündet. Im Jahre 1911 wurde erstmals eine große Fasnet abgehalten. Der damalige Rösslewirt war Initiator. In den Kriegsjahren 1914-1918 wurde die Fasnet unterbrochen, erst 1920 wurde wieder im kleinen Stil gefeiert, Ab 1927 sind wieder große Schauspielfastnachten abgehalten worden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde wieder 1946 ein kleiner närrischer Anfang gemacht. Und 1955 ging aus dem HSV, dem Hoseschießer-Verein der heutige Narrenverein hervor. Der Elferrat war die damalige Vorstandschaft.

* Die Garde, jetzt Feuerfunken, entstand 1957.

 

* 1975 trat man der Schwarzwälder Narrenvereinigung bei, die erste  Maskengruppe, der Deifel/Teufel wurde 1973/1974 in den Verein aufgenommen.

 

* 1987 gesellten sich die Bachschalmeien hinzu, diese gingen aber ab 2009 dann als eigener Verein ihre Wege.

 

*Das Hansele war in dieser Zeit nur eine Einzelfigur am schmutzigen Dunschdig und erlebte den Anfängen der 1990er Jahren seinen Aufschwung wieder.

 

* 1994/95 kam die Gruppe der Hörnle hinzu.

 

* 2013 kam es zur Abspaltung der Teufelgruppe und es trennte sich ein Teil in einen eigenen Verein, ein Teil verblieb im Narrenverein als Deifel. Mit selbstgeschnitzer Maske und verändertem Häs (optisch angeblichen an Feuerfunken und Elferrat) verstärkte dann ab 2017 wieder diese Gruppe den Narrenverein.

 

 

Seiher wächst der Verein stetig und im Jahre 2025, 70 Jahre nach Gründung können wir auf über 100 aktive Hästräger blicken sowie jeder Menge Narrensome! 


Elferrat

– Älteste Gruppe des Narrenvereins - besteht ursprünglich aus  11 Männern, die früher gleichzeitig die Vorstandschaft des Vereins waren. Diese Männergruppe hat 1955 den Verein gegründet und jahrelang in den Anfangszeiten auch die Fasnet in Rötenbach organisiert. Erst später kamen die Maskengruppen dazu.

 

Häs ist auch in schwarz-rot gehalten, Umhang, Kniebundhose, Hut mit Feder und weißes Hemd. Umhang und Hose mit Zacken - anlehnend an die Deifel und Feuerfunken.                   

Feuerfunken

unsere Tanzgarde – bestehend aus jungen Frauen. Seit 1957 ging diese Gruppe aus den damaligen Keglerdamen hervor. Anfangs war die Uniform angelehnt an den Karneval. Passend zur alemannischen Fasnet wurde Häs in den 2000er Jahren umgeändert.

 

Es ist farblich angelehnt an Deifel und Elferrat, bestehend aus langem Rock, Umhang und Hut, das alles in schwarz/rot mit Flammen. Zum Tanzen ziehen die Feuerfunken einen kurzen Rock an.


Deifel

Die älteste und damals erste Maskenfigur in Reihen des Narrenvereins.

In Retäbach do huckt de Deifel uff em Dach. Mit diesem Spruch wurden früher die Rötenbach von den Nachbardörfern gehänselt. Woher dies kommt, dafür gibt es zwei Versionen. Gebrannt hat es früher in Rötenbach häufiger als anders wo. Da gab es im vorherigen Jahrhundert allein drei Ziegeleien im Ort (im heutigen „Rohr“). Diese waren vermutlich noch nicht sehr brandsicher gebaut und wurden öfter Raub der Flammen.

Mit dem Bau der Höllentalbahn gab es noch eine zweite Variante. Die Bahn wurde mitten durch den Ort gebaut. Die feuerspuckenden Dampflokomotiven sprühten Funken und setzten damit oft Häuser entlang der Bahnlinie in Brand. Schnell entstand die Legende, dass sich hier ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. Ganz schnell hatten die Rötenbacher hier ein Mittel gefunden – alle Häuser bekamen ein Blechdach. Auch heute noch wird dieser „Zinke“ (im Winkel) Blechstadt genannt.

Das Häs besteht aus einer Holzmaske mit seitlichem Fell, einem schwarzen Umhang mit lodernden Flammen und rotem Zackenkoller. Die schwarze Hose ziert eine Flamme und auf dem andern Bein Fell. Ähnlich dem Pferdefüß des Deifels.

 

 

Hörnle

– Gestalt nach einer Sage vom Rötenbacher Hörnlegeist...  dieser trieb im Wald am Gewann Hörnle sein Unwesen…Ein alter Rötenbacher war an der besagten Hörnlehalde unterwegs, um das Bürgerholz zu sammeln. Plötzlich schritt neben ihm ein elegant gekleideter Herr, ohne jedoch im frischen Schnee eine Spur zu hinterlassen. Der verängstige Mann wollte sich dem Geist nähern, aber dieser war genau so schnell wieder verschwunden. Nach diesem Ereignis wurden im Dorf noch weitere Begegnungen mit dem unbekannten Wesen bekannt.

Der Hörnle trat in verschiedenen Gestalten auf. Oft auch als verschmitzter Waldgeist, der den armen Leuten half und die Reichen foppte. Mit dem Bahnbau 190 bohrten die Arbeiter einen langen Tunnel in den Hang. Der Hörnlegeist ließ sich aber nicht vertreiben, sondern half den armen Bauarbeitern oft mit einem Geldstück. Als 1903 der Tunnel fertig war und der erste Zug rollte, hatte das Erscheinen des Hörnle ein plötzliches Ende. Die Rötenbach waren der Meinung, da er jetzt für immer im dunklen Tunnel verschwunden sein und seither nicht mehr aufgetaucht ist.

 

Das Häs ist in den Farben des Waldes gehalten - ein grün/braunes Häs mit Waldmotiven und Zackenmuster, anlehnend an den Deifel, Funken und Elferrat. Verschmitzte Holzmaske, Rätsche und Stock – so trifft man das freundliche Hörnle an der Fasnet.

Hansele

– alte Weißnarrenfigur, war früher vereinzelt nur am schmutzige Dunschdig unterwegs, um mit den Kindern zu Betteln, Süßigkeiten zu erhaschen.  Seit den

Das Hansele ist bekannt für seine Spottlieder (Fasnetsprichli) . Der Name kommt von „Hans“, einem früheren Allerweltsnamen, der auch oft Nickname für eine nicht ernstzunehmende Person war (-Hanswurst) zugleich klingt dies im hänseln, verspotten nach.

Hänseln war ein Hauptanliegen in der verkehrten Fasnet-Welt – man durfte Sachen sagen, die man sonst nicht gesagt hätte, es ging oft rauh und derbe zu. Die Obrigkeiten wurden aufs Korn genommen.

Das Häs ist einfach gehalten, stammt aus einfachem Leinentuch (damals aus alten Stoffresten);  - daher auch das Sprüchle Hansele, du Lump), dies konnten sich dann auch ärmere Leute leisten.  Die bunte Bemalung der einfachen „Lumpen“ kam dazu.

 Die Maske ist eine Glattlarve und soll eine Verspottung der „Schönen“ sein – deshalb auch die „Schönheitsflecken“ sowie das makellose, glatte Gesicht.

Der Fuchsschwanz wird irrtümlich mit der Schläue gleichgesetzt, war es aber in früheren Zeiten eher ein Symbol für Falschheit, auch der Betrüger gelichgesetzt., auch trugen im Mittelalter Außenseiter oder Narren als Kennzeichnung Fuchsschwänze und Schellen, somit konnten sie kein Ebenbild Gottes ein. 

 

Die Glocken, die am Häs zu finden sind, werden der grossen Selbstliebe und fehlenden Nächstenliebe des Narren zugewiesen, laut dem Pauluswort:…“ hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich wie tönendes Erz oder eine klingende Schelle.“ Heutzutage dient sie aber hauptsächlich dazu, Lärm zu machen.


20 jährige (20er)

– jährlich einmalige Fasnetgruppe, in welcher man nur teilnehmen kann, wenn man in dem Fasnetjahr 20 Jahre alt wird!                   

Haben an der Rötenbacher Fasnet bedeutende Sonderrolle und Aufgaben!

Wie z.B.  Katzenmusik machen in der Nacht zum schmutzigen Dunschdig oder das Narrenbaum stellen.

 

Das „Häs“ wird individuell vom Jahrgang selbst zusammengestellt, meist an das Fasnetmotto angelehnt. Als Erkennung des 20er dient ein Holzschild, welches sie um den Hals tragen.

 

 

Die Gruppe hat eine sehr alte Tradition, da man früher erst mit 21 volljährig  wurde und hierzu im Jahr vorher geprüft wurde, ob man dazu geeignet ist.

Narrenpolizist

– alte Einzelfigur, die aus den Anfängen der Rötenbacher Fasnet stammt und so eine Persiflage auf die umgekehrte Welt darstellen soll. ER sorgt an den närrischen Tagen für „Ordnung“ !

 

Nur an der Fasnet in Rötenbach zu sehen!                        


 

© Narrenverein Rötenbach e.V.